Tiergesundheitsdienst/ Schweinegesundheitsdienst (SGD)

1. Allgemeines


Zum Aufgabengebiet des SGD gehören in erster Linie die komplexe Präventivberatung und darauf aufbauende Maßnahmen zur Verbesserung und Sicherung der Tiergesundheit. Der SGD leistet außerdem Hilfestellung bei der Abklärung und Bekämpfung spezifischer infektiöser und nichtinfektiöser Herdengesundheitsprobleme.
Schweinegesundheitsdienst für die Kreise:
ABG, EIC, GRZ, KYF, NDH, SHK, SOK, J, G
Patricia Roesner
Fachtierärztin für Schweine
Tel: (03631) 46 52 71
Mobil: (0173) 85 33 039
Fax: (03631) 47 27 94
proesner@thueringertierseuchenkasse.de
Schweinegesundheitsdienst für die Kreise:
AP, GTH, SM,HBN, IK, SÖM, SON, SLF, UH, WAK, EF, EA, SHL, WE
Ebergesundheitsdienst
Dr. Sabine Eger
Fachtierärztin für Schweine
Tel: (03603) 84 35 67
Mobil: (0173) 85 33 047
Fax: (03603) 84 35 68
seger@thueringertierseuchenkasse.de
Aufgabenschwerpunkte
  • Komplexe Präventivberatung im Rahmen von Tiergesundheitsprogrammen:
    • Unterstützung bei der Planung und Auswertung einer regelmäßigen und komplexen Diagnostik in der Herde,
    • Erstellung betriebsspezifischer Tiergesundheitskonzepte,
    • Beratung zur Überwachung und Sanierung spezifischer Infektionskrankheiten (Spezialprogramme)
  • Abklärung und Bekämpfung spezifischer Herdengesundheitsprobleme:
    • Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte,
    • Erkrankungen und Verluste in der Aufzucht und Mast,
    • Stoffwechselerkrankungen und
    • Beratung zu neuen Produktionsformen
  • Kooperationspartner auf fachlichem Gebiet:
    • TLLV Bad Langensalza
    • Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
    • Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter
    • Schweinegesundheitsdienste anderer Bundesländer
    • Thüringer Schweinekontroll- und Beratungsring
    • Untersuchungs-, Lehr- und Forschungseinrichtungen
2. Programm zur Förderung der Tiergesundheit
Dieses Programm unterstützt planmäßige und gezielte Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schweinebestände.
Zielstellung
  • Sicherung des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes und eines durchgehenden Qualitätssicherungssystems bei der Haltung von Schweinen,
  • Erarbeitung von Tiergesundheitssicherungssystemen,
  • frühzeitige Erkennung und Vorbeugung von Infektionskrankheiten,
  • Ausschluss anzeigepflichtiger Tierseuchen und
  • Erkennung und Beseitigung der die Tiergesundheit und Leistung belastenden Umwelt- und Managementfaktoren
Schwerpunkte
  • regelmäßige klinische Bestandsuntersuchungen,
  • Analyse der Leistungsdaten,
  • Überprüfung und Darstellung tiergesundheitlich relevanter Umweltfaktoren,
  • systematische labordiagnostische Untersuchungen zur Überprüfung des Bestandsstatus,
  • spezifische "Falldiagnostik" und
  • Spezialprogramme zur Kontrolle und Bekämpfung spezifischer Erkrankungen
Teilnahme an diesem Programm
  • auf freiwilliger Basis
  • Voraussetzung: ordnungsgemäße Meldung und Beitragszahlung bei der Thüringer Tierseuchenkasse
  • Förderung des Programms durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit und die Thüringer Tierseuchenkasse
3. Salmonelloseüberwachung bei Schweinen
In Anlehnung an das QS-Eigenkontrollsystem für Schweinemastbetriebe wird in einem Spezialprogramm das Salmonellenmonitoring auf Schweinezucht-, Ferkelproduktions- und spezialisierte Ferkelaufzuchtbetriebe erweitert.

Schwerpunktmäßiges Ziel des Programms ist eine durchgehende, zwischen allen Produktionsstufen einer Erzeugerkette abgestimmte Strategie, um die Gefahr einer Anreicherung und Weiterverbreitung sowie den Eintrag von Salmonellen in die Lebensmittelkette zu minimieren.
Zielstellung
  • Untersuchung von Blutproben nach einem festgelegtem Probenschlüssel,
  • 2x jährliche Bestandsvisite, Befundauswertung und Beratung durch den Schweinegesundheitsdienst,
  • Einstufung der Bestände (Kategorie I bis III) und
  • Festlegung zusätzlicher Untersuchungen und bestandsspezifischer Maßnahmen
Die erste Bestandseinstufung erfolgt frühestens 12 Monate nach Beginn und anschließend vierteljährlich.

Beispiel: Einstufung von 34 im Jahr 2006 untersuchten Betrieben
Nicht erst reagieren, wenn Kategorie III erreicht ist!
  • Allgemeines Betriebsmanagement und Hygiene
  • Monitoring vom Züchter bis zum Schlachthof
  • Früherkennung eines Salmonelleneintrags und zielgerichtete Maßnahmen, um eine Anreicherung im Bestand, die Verbreitung und den Eintrag in die Lebensmittelkette zu verhindern
  • Weitere Einzelheiten sind bei der Thüringer Tierseuchenkasse oder den Mitarbeitern des SGD zu erfragen.
4. Kontrolle und Sanierung der Schweineräude
In den Thüringer Schweinezucht- und Mastbetrieben konnte in den vergangenen Jahren die klinische Räude durch konsequente strategische Bekämpfungsmaßnahmen sehr erfolgreich zurückgedrängt werden.
Des Weiteren hat sich die "medikamentelle Räudesanierung" als ein mögliches Sanierungsverfahren auf internationaler Ebene bewährt. Es wird seit 1998 in Thüringer Zuchtbetrieben erfolgreich angewendet. Aktuell können 5 Betriebe als "Räude-unverdächtig" eingeschätzt werden. Neu entwickelte diagnostische Verfahren zur Bestandsstatusüberwachung machen es seit einigen Jahren möglich, den Herdenstatus hinsichtlich Räude effektiv zu kontrollieren.
Zielstellung
  • Kontrolle und Erhalt der "Räude-Unverdächtigkeit" von sanierten oder neu aufgebauten Herden und
  • medikamentelle Sanierung von weiteren Zuchtbetrieben, insbesondere von Jungsauenproduzenten oder Betrieben mit Eigenremontierung
Eckpunkte der Räude-Sanierung
  • Kontrolle der "Biosecurity-Maßnahmen" zur Verhinderung eines Neueintrages,
  • Planung und Schwachstellenanalyse vor medikamenteller Bestandssanierung,
  • diagnostische Erfolgskontrolle nach Behandlung/ Differentialdiagnostik bei Räudeverdacht und
  • 2x pro Jahr diagnostische Kontrolle "Räude-sanierter" oder neu aufgebauter Bestände (klinische Bestandsdiagnostik und blutserologische Stichprobe; im Verdachtsfall parasitologische Untersuchung von Hautgeschabsel)
Grundprinzip der medikamentellen Räude-Sanierung
  • Zweimalige Behandlung aller Tiere des Bestandes
  • Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
  • "Biosecurity-Maßnahmen"
5. Ebergesundheitsdienst (EGD)
Zum Aufgabengebiet des EGD gehören:
  • die zuchthygienischen Kontrollen der Eber
  • die interne Überwachung der Thüringer Eberstationen des MSZV e.V.
  • die externe Absicherung des Tiergesundheitsstatus der Stationen.
Diese Kontrollmaßnahmen schließen die Überwachung der Thüringer Eberherkunftsbetriebe mit ein.
Zielstellung
  • Sicherung der Freiheit der Eberstationen hinsichtlich spezifischer Tierseuchenerreger (ESP, AK, Brucellose, Leptospirose),
  • Aufrechterhaltung des erreichten Bestandsstatus bezüglich PRRS, Räude, PRa, Salmonellen und Endoparasiten und
  • Sicherung einer kontinuierlich hohen Spermaqualität, basierend auf einer stabilen Tiergesundheit der Einzeltiere sowie hohen Hygienestandards bei der Spermagewinnung und -aufbereitung
Schwerpunkte
  • Planung und regelmäßige Auswertung der Diagnostik in den Stationen bezüglich spezifischer Erreger,
  • zuchthygienische Kontrollen/Einstallungsuntersuchungen, Überwachung der Einhaltung der Hygiene,
  • Überwachung der Gewinnung, Aufbereitung und Prüfung des Spermas und deren Dokumentation,
  • Planung und Kontrolle des Prophylaxeprogramms entsprechend den aktuellen Erfordernissen,
  • Kontrolle der "Biosecurity- Maßnahmen" und
  • spezielle Tiergesundheitsüberwachung der Thüringer Zulieferbetriebe von Ebern für die Besamungsstationen